Samstag, 16. Februar 2008

Mehr als 10 Worte zu Las Vegas...

...wie vor langer Zeit versprochen.

Zunächst einmal brachen Kasey und ich am Samstag vormittag auf, um Andrew abzuholen. Das erforderte etwa 80 Minuten inklusive innerstädtischer Navigation von LA. Machen wirs kurz: nicht einfach! Aber zum Glück hat Kasey ja sein iPhone, dass uns wunderschön aufzeigte, was wir beim Straßensuchen alles falsch gemacht hatten. (Ist aber wirklich praktisch, das Teil. Wenn mir jemand sowas nach schmeißen täte, dann würde ich es nicht zurück werfen.)

Es gibt laut Kasey zwei Routen nach Vegas von LA aus, die offensichtliche (Autobahn!) und die weniger offensichtliche (äh, weniger Autobahn). Da letztere visuell interessant und nicht so stark belagert sein sollte, führte uns unser Weg dort entlang...inklusive etwa einer Stunde auf der historischen Route 66...



Ein Foto von Amboy. Amboy ist eine kleine Semi-Geisterstadt an der Straße und war früher eine der großen Raststätten an der 66, bevor der Streckenverlauf geändert wurde. Jetzt ist das arme Teil in der Mitte von nix. Da es aber zur Zeit wieder Interesse an der alten 66 gibt, kommen jetzt auch wieder Besucher hier entlang...seit Kasey letztes Jahr hier war, gibts sogar ne Tankstelle! (Und ne Postfiliale, die hatte aber wegen Wochenende zu.)



Mojave-Wüste!



Und noch mehr...



"Sind wir schon da? Sind wir schon da?"



Dieses farbentraurige Gemüse nennt sich Joshua Tree (wenn ihr jetzt an U2 denkt, dann seid ihr viiiieeeel zu alt - genau wie ich :D ) und wächst nur hier in der Wüste - selbst da nur auf bestimmten Höhenniveau. So etwa bei 3500 Fuss, also gut 1000 Meter über Normalnull. Schade eigentlich, son Teil würde ich mir schon gerne auf den Balkon stellen - macht doch mehr her als son dahergelaufener Supermarkt-Kaktus, oder?

Nach knapp sechs Stunden Ritt erreichen wir die Staatsgrenze von Nevada, und kurze Zeit später die ersten Ableger von...

...

Las Vegas!

Ja, ich weiß, voll die Überraschung jetzt, ne?



Das schöne und schreckenerregende an Las Vegas ist der heuschreckenartige Wuchs in den letzten Jahren. Um die Stadt herum bildet sich ein stetiger Gürtel aus kleinen Siedlungen, und der Strip explodiert auch noch!



Hier gibts nen kleinen Eiffelturm...



Oder kleine Festungen...



(Mit Springbrunnen, natürlich - Vegas liebt Springbrunnen. Dazu später mehr.)



und Ufos!



Vermögt ihr es zu lesen? Der Welt größter Geschenkeladen! Da waren wir natürlich drin und haben ein paar Kleinigkeiten abgestaubt. (Aber was genau verrat ich nicht!)



*träller* Oh, wenn in Vegas die gelbe Sonne im Sand versinkt...

Nach dieser unseren Ankunft auf dem Strip fuhren wir rasch in unser Hotel, Beutel aufs Bett und ab gehts wieder ins Getümmel, zum Treffen mit ein paar alten Bekannten.



"Peppermill" hieß unser kleiner Schuppen, wo wir uns dann die gewohnt riesigen amerikanischen Portionen zu Gute führten. Amerikanische kulinarische Theorie: Fettgehalt ist direkt proportional zu Leckerheit. Bisherige empirische Erhebungen meinerseits stützen diese These. :)



Das seltsame am Internet ist, dass man so viele Leute kennt, die man noch nie getroffen hat. Das war einer der Gründe, dass unsere Rollenspielgruppe (ja, ich oute mich hiermit öffentlich) dieses Wochenende in Vegas mal zumindest kurzzeitig an einem Ort sein wollte. Am linken Ende findet ihr Julie und Adam - Adam gehört damit zu der verschwindenden Minderheit der Würfelfreunde, die es geschafft haben, sich eine Frau anzulachen und diese auch noch zu ehelichen. Gleich daneben Dave und seine Frau (deren Name mir leider entschwunden ist), womit wir schon zwei verheiratete Spieler in unserem Dunstkreis zählen. Wir sind eine statistische Abberation! Ganz am Ende des Tisches noch eine Ehefrau, deren Name ich mir nicht merken konnte, und dann Robert. (Der ist aber nur Freund von Dave, nicht in unserer Spielergruppe.) Mit Barett und Backenbart präsentiert sich Andrew, während Kasey im Vordergrund einen Zustand völliger Erschöpfung simuliert.

Danach trennen sich unsere Wege wieder - die Eheleute widmen sich den Bedürfnissen der holden Weiblichkeiten, während Andrew, Kasey und meine Nichtigkeit dem Spieldrang folgen.



Als wir am Bellagio vorbeifahren (Echtes Casino! Hat sich Ocean's 11 nicht ausgedacht!), beginnt die Fontänenshow. Meine verwackelten Bilder können dem intrikanten Spiel der Hochdruckdüsen kaum folgen, aber lasst euch sagen, liebe Leut: geil sahs aus, das Wasserspiel.



H2O will hoch hinaus!

Und dann rein ins Bellagio und glotzen!



So sah ich übrigens aus. Las Vegas ist einer der wenigen Orte, wo man sowas anziehen kann und trotzdem underdressed ist. (Aber immer noch besser als der restliche Touri-Abschaum. ;D )

Wir tourten noch im Wynn, was paradoxerweise noch aufgestylter und teurer ist. Fotos gemacht, aber nich viel geworden, ist trotz der blinkenden Lichter viel zu dunkel in den Dunstbuden da. Und keine Uhren, nirgendwo, man will ja die Spieler nicht daran erinnern, dass sie schon seit Stunden Quarter-Dollars verzocken.

Wo wir gerade beim Thema sind: vier Dollar im Minus. Zum Glück ruft sowas bei mir Resignation statt Ehrgeiz hervor, sonst hätten es noch mehr werden können.

Gegen 1 ins Hotel, Bett, weg!

Am Sonntag das zweite große Highlight - schießen gehen! Und zwar nicht auf irgendeinem popeligen Schießstand, sondern auf einer kleiner Anlage, wo man gegen Entgeld vollautomatische Waffen jeglichen Fabrikates mieten kann...



Kasey hält sich zurück, Andrew, Adam und Dave mieten sich je eine Heckler&Koch MP5 Maschinenpistole plus 100 Schuss. Ich denke kurz darüber nach, eine Zielscheibe mit Feuerstößen zu zerfetzen (eines der Wahlmotive: Bin Laden...), aber dann fällt meine Wahl auf einen echten Exoten: FN F2000, ein belgisches Gewehr mit Reflexvisier. Zwar nur ne zivile Halbautomatik, aber die zehn Schuss sitzen!



Öhm, ich hab versucht, die Halsschlagader zu treffen! Ehrenwort!

Erklärung/Entschuldigung: Das Problem mit Reflexvisieren ist, dass sie auf kurze Entfernung meist höher anzeigen als das Gewehr schießt, weil sie für den magischen Bereich 25-75 Meter ausgelegt sind und ich etwa 5 Meter vom Ziel weg war. Das selbe Problem hatte ich auch schon bei der Bundeswehr beim sogenannten "Reflextest". Juckt mich aber nicht die Bohne, weil der Schießsport bekanntlich Spaß macht - vor allem, wenn andere Leute den Knallstock danach reinigen, während man selber fein raus ist...



...bis auf die Schmauchspuren. Hände waschen nicht vergessen!

Und das war das Wochenende auch schon, im wesentlichen. Hände schütteln, tschüss und wir sind on the road again...

..auf zu neuen Taten!

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