Dienstag, 4. März 2008

Foo Fighters

Es gibt etwas zu berichten!

Da saß ich nun am Samstag vor meinem Laptop und dachte mir nix böses, schon flattert mir eine eMail herein. Newsletter der Uni, naja, sag ich mir, man wird ja mal gucken dürfen, vielleicht ist irgendwas lustiges geplant.

Events: Foo Fighters, in concert. Am Montag.

Wie die Amis sagen würden: Holy Shit.

Ohne größeres Nachdenken verständige ich Kasey und teile mit ihm die frohe Kunde. Seine Reaktion ist ähnlich abrupt: da müssen wir hin! Gesagt, getan, ich erstehe zwei Tickets und wir freuen uns auf Montag Abend.

Montag Abend: Wir stehen vor der Cox Arena, dem überdachten Stadion auf meinem Campus. Mehrere unserer Mitmenschen hatten eine ähnliche Idee. Der Einlass läuft ziemlich fix, aber: Taschenkontrolle. Einerseits hätte ich gerne meine Kamera mit reingeschmuggelt, aber die ist mir ehrlich gesagt noch zu lieb und teuer für solche Aktionen.

In alter Konzert-Manier stellen wir schnell fest, warum es noch Tickets gab: unsere Sitzplätze sind in einem Block, den man mit viel Liebe als "neben" der Bühne bezeichnen kann. Da wir die Bands nicht von hinten spielen sehen wollen, ist klar: da muss was getan werden. In alter Konzert-Geher-Manier verwenden wir die Massen zu unserem Vorteil, schummeln uns an den Platzanweisern vorbei und landen einen der billigen Plätze in einem Block, der gegenüber der Bühne ist. Sicher, auf unseren eigentlichen Plätzen wären wir näher dran, aber der Blick hier ist bedeutend besser. Wir müssen zwar ein paar Mal ausweichen, nachdem die jeweiligen Besitzer der passenden Karten auftauchen, doch das tun wir mit der uns gegebenen sonnigen Art. Obwohl unser Block ziemlich eng wird, haben wir immer genügend Plätze zum Ausweichen.

Erster Opener: Against Me. Obwohl mir der Name nix sagt, zeigt die Band eindrucksvoll, was die Anlage vor Ort leistet. Der Bass vibriert meine Rippen, das Headbanging kommt von ganz alleine. Ich beschreibe meine Impression der Musik als "shred-tastisch"; Kasey stimmt mir zu. Sehr schneller, sehr lauter Punk.

Zweiter Opener: Serj Tankian. Aha, der Chefträllerer von System of a Down, das tut mir was sagen. Klangtechnisch hätte ich Probleme, sein neues Werk von SoaD abzugrenzen - immer noch geile Stimme, politische Texte und ungesunde Mengen an verdammt schnellen Gitarrenriffs. Nicht ganz meine Wellenlänge, aber gerockt hats trotzdem.

Und dann Foo Fighters. Mir fehlen die Worte. Wir stehen alle demonstrativ von unseren Sitzen auf, als Dave Grohl die ersten Worte ins Mikro haucht, und von da an wird schwerstens gerockt, knapp drei Stunden lang. Was mich am meisten beeindruckt ist die Energie, die Dave auf der Bühne zeigt: er rennt und springt von einem Ende zum Anderen, was ihm entsprechend tosenden Jubel von der entsprechenden Stadion-Seite einbringt. Gespielt wird alles, was vor die Flinte kommt: Einige Lieder vom neuen Album, aber soooo viele Klassiker. Die Menge gröhlt mit und ich bin mittendrin und irgendwann ist Widerstand zwecklos: Meine Finger formen die Hörner, mein Mund bewegt sich, meine Lunge arbeitet auf Hochtouren.

Made my way back home and I learn to fly...

Gegen Mitternacht ist alles gelaufen und wir wanken hinaus, taub und stumm. Wir sind die glücklichsten Menschen der Welt, Kasey und Ich und unsere 8000 Seelenbrüder. Auf dem Weg nach draußen kaufe ich noch schnell ein Band-T-Shirt (10 Dollar, das ist echt in Ordnung) und reiten - metaphorisch gesprochen - in den Sonnenuntergang. Ende.

Keine Kommentare: