Mittwoch, 16. Januar 2008

Blei in die Heide!

Was macht der Robert zum Geburtstag?

Schießen gehen!

Zunächst einmal noch ein paar Motive von Kaseys Haus...hier sehen wir einen kurzen Blick durchs Wohnzimmer. Ich muss irgendwann mal ne komplette Fotostrecke Haus machen, aber das hier ist nur mal zur Orientierung...



Kaseys altes Auto ist ein El Camino aus den 70ern, eine seltsame Mischung aus Muscle Car und Pick-Up. Laut Eigenaussage Kaseys reicht die Motorisierung, um einige Sportwagen an der Ampel abzuhängen (nicht der schnellste, aber beschleunigt sehr gut!). Er versucht jedoch seit Jahren, das Teil loszuwerden - zwei Kabelbrände und andere altersbedingte Scherze...






Zurück zum Thema: Zusammen mit Caitlyn und Leni (einer von Caitlyn's Freundinnen) gehts zum Schießen. Zunächst müssen wir die Waffen aus dem Tresor kramen, was gar nicht so einfach ist, weil uns ca. ein halbes Dutzend Schrotflinten den Weg verstellt. Danach müssen Transportkoffer vom Dachboden geholt werden, Munition aus der Garage geholt werden (die lagert da in einem extra Safe - auch bei den Amis gilt Vorsicht im Umgang mit Waffen!) und das ganze Schrabeutz in die Autos geladen werden. Wir nehmen zwei Gewehre (ein AR-15 mit gigantischer Zieloptik sowie ein M1A aus den 50ern) sowie eine ganze Ecke Pistolen mit. Lass mal schauen, ob ich die alle zusammenkriege - eine kompakte Glock .40 S&W, eine Beretta 92 9mm, eine SIG 9mm, ein .45 Colt, ein .38 Revolver sowie ein .357 Revolver, und schlussendlich eine Desert Eagle .44.

Schwerstens bewaffnet gehts ab zur Schießanlage, etwa eine Stunde entfernt. Ich frage Kasey, ob ich mein Handy (samt Musikbestückung) an die Stereoanlage in seinem Golf hängen darf. Dann sorge ich dafür, dass er seine Zusage bereut. :)

Nach einigem hin und her landen wir dann bei der Anlage. Wir kriegen alle ein Schriebs, das wir unterschreiben müssen - etwa zwei dutzend Regeln, die wichtigsten Vorschriften für Sicherheit auf der Schießbahn. Sinnvolle Maßnahme, meiner Meinung nach. Dann noch Gehörschutz auf und ab gehts. Wir warten, bis die Lautsprecher "One Minute Warning!" blechern. Das bedeutet, die Schützen sollten langsam mit ihrem momentanen Durchgang fertig werden. Dann kommt "Cease fire!", Feuer einstellen. Alle entladen ihre Waffen und treten hinter eine rote Linie, die vor den eigentlichen Schießständen aufgemalt ist. Jetzt darf keiner mehr eine Waffe in der Hand haben. Dann kommt die Freigabe, Ziele zu kontrollieren...wir trapsen in die Anlage und stellen unsere Zielscheiben auf. Nachdem alle wieder hinter der roten Linie sind, kommt Kommando "Commence firing!" - feuer frei. Wir treten an die Schießstände, laden unsere Waffen. Jetzt darf für etwa 20 Minuten geschossen werden.



Von hinten nach vorne: Kasey (mit der Desert Eagle), Caitlyn (mit der Beretta 92) und Salina (mit ihrem .38, nicht im Bild...)



Die rote Linie und einige Patronenhülsen. Wir fegen brav nach jedem Durchgang die Hülsen weg und deponieren diese in einem bereitgestellten Plastikeimer.



Unsere Ziele, auf etwa 7 Meter Entfernung. (Die roten sind unsere, das schwarze Ziel gehört einem älteren Gentleman, der neben uns schießt.)

Ich stelle mich etwas ungeschickt mit der Beretta an, aber einer der Ausbilder kommt lächelnd zu mir und gibt mir ein paar Tips. Nicht festkrallen, locker in der Hand liegen lassen. Damit gehts etwas besser, aber Meisterschütze bin ich jetzt trotzdem noch nicht. :P

Auf Kaseys Drängen versuche ich mich an der Desert Eagle. Klobig und schwer, und ich treffe kaum den Zielaufsteller, vom Ziel ganz zu schweigen. :) Als ich erneut schießen will, fällt das Magazin raus...gegen die Magazinfreigabe gekommen, die ungeschickt weit herausragt. Ich lade das Magazin, aber anscheinend drücke ich es zu weit herein, denn die Waffe klemmt. Kasey behebt die Ladehemmung, während die Mädels und ich die Desert Eagle miesreden. Keine andere Waffe macht soviel Probleme wie dieses Miststück, aber Kasey verteidigt sie hartnäckig. Ihr wisst einfach nicht, wie man damit richtig umgeht! meint er. Wir folgern, dass wir das nicht wissen wollen.

Das hier passiert übrigens, wenn man die Desert Eagle beim Schießen nicht genau richtig hält...



(Das war Salina, nicht ich...) Genau, die Hülse bleibt beim Auswerfen hängen. Wenn mans weniger falsch macht, fliegt sie einem bloß ins Gesicht. Wie gesagt, nicht gerade mein Ideal einer gut funktionierenden Waffe...

Mit dem .357 Revolver habe ich ne Ecke mehr Glück - der Rückstoß ist akzeptable, die Waffe ist präzise, keine Funktionsstörungen irgendeiner Art. Hier ist mein Ergebnis...gar nicht mal so schlecht für die ersten 12 Schuss überhaupt aus einem großkalibrigen Jagdrevolver.




Kasey muss uns natürlich allen sofort zeigen, wie man das "richtig" macht...

Hier seht ihr die ganze Anlage vor uns. Geht etwa 400 Meter, meiner Schätzung nach...



Wir ziehen zur anderen Seite um und bauen unsere Gewehre auf. Jetzt sollen Löcher auf 150 Meter gestanzt werden...und zwar mit diesem Prachtstück:



AR-15 mit schwerem Lauf und 6x Zieloptik - schwer wie Hölle, aber sehr angenehm zu schießen. Hier fühle ich mich etwas wohler und bringe auch ein paar ganz akzpetable Ergebnisse auf die Zielscheibe, obwohl wir uns alle einig sind, dass die Optik nicht ganz eingenullt ist - die Waffe zieht nach oben.

So sieht die Munition für das Gewehr aus...




...und so der Robert beim Zielen.

Ergebnis? Etwa 200 Schuss der verschiedensten Kaliber verballert, dreckige Hände und der wohlige Anfang eines Muskelkaters in den Armen...aber Spaß machts, der Schießsport... :)

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