Wo fange ich an? Am besten vorne...
Der erste Flug bringt mich von Berlin nach Frankfurt, einmal kurz über Deutschland gehopst, schmerzlos und unkompliziert. Wie geht das mit Anschlussflügen?, das fragte ich die Dame beim Check-In. Einfach im Sicherheitsbereich bleiben, Gepäck geht von selber weiter...naja, wenn das mal so funktioniert.
12 Stunden Transatlantikflug. Kein Schlaf. Kinners, ich sags euch: das ist weniger lustig. Aber visuell beindruckend: erstmal ab nach Norden, das Tageslicht läuft uns weg, Dunkelheit über Island. Dann ab nach Westen, wir überholen die Sonne und über Grönland ist es auf einmal wieder tageshell! Ich schaue aus dem Fenster, nur weiß unter mir. So sehen doch keine Wolken aus!, denke ich, dann schaue ich nochmal hin: Eis. Alles Eis und Schnee, soweit das Auge sieht. Wieso bemerke ich jetzt erst, dass die Klimaanlage im Flugzeug unangenehm stark ist?
Dann schließlich Anflug an LAX, und ich kriege meine erste Dosis Amerika auf kurze Entfernung: ein Meer von Licht unter uns. Meine Schädeldecke vibriert, meine Augen kleben an der Scheibe. Hinter mir tönt ein Boah, ey!, dem ich mich ohne Vorbehalte anschließe.
LA bei Nacht. Boah, ey.
Kurzer Durchmarsch beim Zoll: Was wollen se, wie lange wollen se, hauen sie dann wieder ab? Ja, sicher, alles wie sie sagen, Herr Oberforstrat. Ich setze mein Touristenlächeln auf und senke meinen gefühlten IQ um grobe 30 Punkte. Stempel, Stempel, Unterschrift, Unterschrift, und ich bin durch! Ab ans Gepäckband. Schrecksekunde: was ist, wenn der Koffer immer noch in Frankfurt ist? So richtig hatte ich dem Frieden nicht getraut, aber dann taucht mein schwarzer Lebensbegleiter auf. In meinem Magen rumort vegetarische Flugzeuglasagne. Ich brauche Input, Nährstoffe, Treibstoff. Am Terminal wartet mein Freund Kasey auf mich. Nach kurzer Begrüßung verschwindet er, um sein Auto zu holen, während ich warte. Soll ich meine Euro-Scheine hier noch wechseln? Bevor ich das Handy zum Nachrechnen rauskramen kann, kommt Kasey wieder rein: Er gibt mir zu verstehen, dass sein jetziger Parkplatz stark knöllchengefährdet ist. Wir machen uns auf, ich hiefe mein 26 Kilo schweres mobiles Leben in den Kofferraum seines cremeweißen Golf GTI (erst ein paar Wochen alt!) und wir düsen in die Nacht. In seinem CD-Wechsler befinden sich sechs Scheiben, fünf davon mit Queens of the Stone Age bestückt. Ich lehne dankend ab, wir hören Radio.
Ob ich Hunger habe? Oh ja.
Wir fahren zu In'n'Out, einer der Unmengen an Fastfood-Ketten hier. Hier gehts nur um Burger: ich bestelle auf Kaseys Rat hin einen Double-Double (zweimal Fleisch, zweimal Käse), er zieht sich einen Triple-Triple rein (das könnt ihr sicher erraten...). Ich muss ihn ernsthaft fragen, ob eine braune Masse am Bürger essbar ist und noch zum Einpackpapier gehört. Der Bürger schmeckt großartig. Leicht verdaulich? Nur in euren Träumen, liebe Freunde. Sowas gehört als Betäubungsmittel klassifiziert.
Wir schlagen nach einigen Minuten Fahrt auf dem Freeway bei Kasey zuhause auf: Huntington Beach, eine Komponente des gigantischen Siedlungsgebiets um LA. Stadtgrenzen existieren nur auf Schildern, der Überganz zwischen Freeways und Stadtstraßen scheint eher willkürlich. Unter vier Spuren (pro Seite!) für eine Hauptstraße läuft hier nix...
Bei Kasey im Haus treffe ich Rick (Vater) und Debbie (Mutter) - beide sehr nett!, und dann kommt der nächste Angriff: Man will noch Bowlen gehen. Man bietet mir an, schon mal schlafen zu gehen. Todesverachtend lehne ich ab. Jetzt wird durchgezogen!
Ich schlage mich ganz gut beim Spielen, und das überrascht mich immens. Rick ist mit mehreren Highschool-Jugendlichen hier, die er als Jugendgruppe betreut. Ich erfahre, dass er mal semi-professional Bowling betrieben hat. Ich lasse mich nicht beirren und halte mit meiner primitiven (aber gut geübten) Technik mit, während die Kids mit mehr Enthusiasmus als Fachwissen die Kugel an den Pins vorbeischummeln. Seltsames Gefühl, mal beim Bowling zu gewinnen. Aber gegen 1 Uhr (Ortszeit) bin ich endgültig fertig. Ich signalisiere meine Aufgabe, wir spielen noch die Runde zuende, dann ab zum Haus, eine Runde tot umfallen.
Und morgen gehen wir einkaufen! sagt Kasey noch. Ich mache wohl eine Bewegung, die man als Nicken interpretieren kann, denn sprechen kann ich nicht mehr.
(mehr Nachhol-Zeug morgen...)
Montag, 14. Januar 2008
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1 Kommentar:
na das hört sich ja alles nach ein paar anstengenden stunden an! hoffentlich sehen wir bald ein paar bilder!!!!!!!!!
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